Die Elsa-Brändström-Schule hat eine lange und bewegte Geschichte. Einmal abgesehen von den vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen in den inzwischen knapp mehr als eineinhalb Jahrhunderten, hat die Schule mehrere Namens- und Ortsveränderungen hinter sich. Nicht zuletzt auch hieraus ergeben sich wegweisende Entwicklungen hinsichtlich der pädagogischen und räumlichen Gestaltung. Die folgenden Ausführungen fokussieren auf Meilensteine der 155-jährigen Geschichte der Schule.

Ganz klein fängt es an: Die 1870 gegründete "Höhere Töchterschule" ist in einem Haus in der Holstenstraße untergebracht, das aber noch im selben Jahr zu klein ist, um die seinerzeit 54 Schülerinnen (in drei Klassen) unterzubringen, sodass das Jürs'sche Haus in der heutigen Schulstraße (damals Hinterstieg) bezogen wird. Acht Jahre später sind es 131 Schülerinnen (in fünf Klassen) und 1897 erfolgt der Umzug in das Gebäude der bisherigen Knabenmittelschule am Probstenfeld.

Höhere Töchterschule und TurnhalleFestschrift zum 125-jährigen Jubiläum der EBS, S. 17Seit 1898 ist die mittlerweile "Städtische höhere Mädchenschule" neunstufig: Auf eine dreijährige Vorschule folgen sechs weiterführende Schuljahre. Da es nicht genug Räume gibt, sind zum Teil unterschiedliche Jahrgangsstufen in einer Klasse zusammengefasst. Ostern 1902 besuchen bereits 190 Schülerinnen die Schule. Am 16.04.1903 wird das neue Schulgebäude an der Bismarckstraße (heute: Volkshochschule) feierlich eingeweiht. Das neue Gebäude ermöglicht endlich, dass die neun Jahrgangsstufen in neun getrennten Klassen mit eigenen Klassenräumen unterrichtet werden.

Das Schulgebäude von damals ist geprägt von den Bedürfnissen einer sich schnell industrialisierenden Gesellschaft. Die Klassenraumgestaltung: schlicht und funktional, karg und wenig einladend. Im Fokus steht, den Schülerinnen Raum für Unterricht zu bieten, den frontale und lehrerzentrierte Lehrmethoden auszeichnen, mit wenig Raum für eigene Entfaltung.

Die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts sind vor allem in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg von materieller Not geprägt, die sich für unsere Schule äußert in Raummangel, hohen Klassenfrequenzen, Entlassungen von nicht fest angestellten Lehrkräften und der Schwierigkeit für die Eltern der Schülerinnen, die notwendigen Hefte und Bücher zu kaufen.

Seit Ostern 1921 werden keine Elementarklassen mehr aufgenommen, und seit Ostern 1924 besteht das „Städtische Lyzeum“ (wie die damalige EBS inzwischen hieß), dann lediglich aus den Klassenstufen Sexta bis Untersekunda. 1924/25 besuchen 381 Schülerinnen die Schule. 1926/27 wird die Untersekunda geteilt in eine „wissenschaftliche“ A-Klasse und eine „technische“ B-Klasse. Letztere hat vier Wochenstunden weniger Englisch und Französisch sowie eine Stunde weniger Mathematik, dafür aber je eine Stunde mehr Religion und Kunsterziehung und drei Stunden Nadelarbeit auf dem Stundenplan. Nur die Schülerinnen der A-Klasse können auf einem Realgymnasium oder Oberlyzeum ihr Abitur anstreben.

Wichtiger als die Ausbildung von Individualität und Studierfähigkeit in der Schule ist im Zuge der sogenannten „Richertschen Reformen“ (1924) die Erfahrung von nationaler Gemeinschaft und staatsbürgerlicher Verantwortung. „Unterrichtsgespräch“ und „Arbeitsunterricht“ sind wichtige neue Methoden. Auch das Medium „Film“ wird zunehmend im Unterricht eingesetzt: In Elmshorn gibt es eine Landesbildstelle, die ein Vorführgerät besitzt, welches in unserem damaligen Schulgebäude aufbewahrt wird und deshalb kostenlos genutzt werden kann.

Von Ostern 1936 bis Ostern 1938 wird das Lyzeum durch den Aufbau einer Oberstufe (einer dreijährigen sogenannten Frauenschule) erweitert. Um das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl auch unter den Lehrkräften zu fördern, werden 1936/37 die bisher getrennten „Lehrerzimmer für Damen und Herren“ zusammengelegt. Unsere Schule heißt ab 1938 offiziell „Oberschule für Mädchen (hauswirtschaftlicher Zweig)“ (OfM). Für die Oberstufe wird eine große, moderne Lehrküche angebaut. Einige kostspielige3 Investitionen müssen unternommen werden: Die Einrichtung einer Schulküche, einer Waschküche, eines Speise- und eines Bügelraumes sowie Vorratsräume. Neben den „wissenschaftlichen“ Schulfächern nimmt der Unterricht in hauswirtschaftlichen Fächern großen Raum ein. Zu diesen „Fächern des Frauenschaffens“ zählen Hauswirtschaft (Kochen, Haus- und Gartenarbeit), Handarbeit, Pflege (Gesundheitslehre und -pflege) und Beschäftigungslehre (Umgang mit kleinen Kindern). Hinzu kommt ein vierwöchiges Praktikum pro Jahr in einer kinderreichen Familie, einem Kindergarten und einem Säuglingsheim. Im Zuge der nationalsozialistischen Schulreform 1937/38 (leitendes Erziehungsprinzip: „Du bist nichts, dein Volk ist alles“) wird die Schulzeit aus „bevölkerungspolitischen Gründen“ auf acht Jahre verkürzt (die Untersekunda wird gestrichen, der Lehrplan zusammengekürzt) und das Abitur im hauswirtschaftlichen Zweig berechtigt zum Hochschulstudium. Am 7./8. März 1939 findet die erste Abiturprüfung an unserer Schule statt. Die Schule hat zu diesem Zeitpunkt 202 Schülerinnen.

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1943 wird Elmshorn von einem besonders schweren Luftangriff getroffen: Mehrere Schulen, auch unsere, brennen. Die OfM zieht vorübergehend mit in das Gebäude der Bismarckschule, man teilt sich das Gebäude im Schichtbetrieb. Als die Bismarckschule ab Januar 1945 als Lazarett genutzt wird, finden nur noch einige Stunden Unterricht in umliegenden städtischen Gebäuden statt. Ab April 1945 fällt der Unterricht für Monate aus.

Höhere Töchterschule (altes Gebäude)Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum der EBS, S. 70Raumnot und Lehrkräftemangel sind die zentralen Probleme der nächsten Jahre. Die Schülerinnenzahl steigt stark an (von 202 im Jahr 1939 auf 765 im Jahr 1951). Gründe dafür sind der Zuzug vieler Geflüchteter aus den Ostgebieten, die Abschaffung des Schulgeldes 1948 und ein sich veränderndes Bewusstsein für die Mädchenbildung. Im Jahr 1951 werden drei Sexten eröffnet – mit 48, 50 und 46 Schülerinnen. Ostern 1954 kann unsere Schule endlich wieder in ihr altes Gebäude übersiedeln, das seine gründerzeitliche Pracht im Zuge des Wiederaufbaus allerdings vor allem im Dach- und Giebelbereich aus Kostengründen verloren hat.

Am 15.02.1955 wird der Neubau an der Beselerstraße eingeweiht, in dem in einem Geschoss die Mädchenoberschule und in dem anderen Geschoss vorübergehend auch Schüler der Bismarckschule untergebracht sind. Es gibt getrennte Eingänge zu den beiden Geschossen.

Seit dem 02.08.1955 dürfen sich unsere Schule und auch die Bismarckschule „Gymnasium“ nennen. Nach den Lehrplan-Richtlinien von 1955 gibt es zwischen Mädchen- und Jungenschulen nun kaum noch Unterschiede: lediglich im Fach Sport gelten unterschiedliche Richtlinien, Mädchen erhalten auch noch Unterricht in Nadelarbeit und Kochen.

Am 17.03.1956 erhält unsere Schule den Namen „Elsa-Brandström-Schule – neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium für Mädchen“. Zwölf Jahre später, 1968, wird der Name korrigiert zu „Elsa-Brändström-Schule“.

Zwischen 1964 und 1969 wird das neue und damals großzügige Gebäude im Krückaupark geplant und gebaut. Die Skelettbautechnik ermöglicht einen schnellen Baufortschritt. AmNeues Gebäude, Zum Krückaupark, in SkelettbautechnikFestschrift zum 125-jährigen Jubiläum der EBS, S. 82 26.06.1969 findet die feierliche Einweihung statt.

Erst seit dem Schuljahr 1969/70 gibt es auch Jungen an der Elsa-Brändström-Schule, die Sexten sind gemischte Klassen. Die Schule führt nun den Namen „Elsa-Brändström-Schule – Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen“. Bereits fünf Jahre später, von 1974-1977 wird das Schulgebäude erweitert: Es wird der Oberstufentrakt geplant und angebaut. Die Einweihung ist am 26.11.1977.

Der Neubau der Schule verfügt nun über 36 große Klassenräume (jeweils etwa 60 m²), mehrere kleinere Gruppenräume (jeweils ca. 30 m²), verschiedene Fachräume für die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik, inklusive Hörsälen und diversen Sammlungsräumen, Kunsträume, Musikräume sowie ein Atrium und eine große Aula mittendrin im Gebäudekomplex, der recht weit in die Fläche gebaut worden ist – über zwei Etagen mit langen Gängen. Mit der Planung als vierzügiges neunstufiges Gymnasium ging die Raumeinteilung auch noch gut auf: Genau 24 Mittelstufenklassen finden in den Parallelgängen, die vom Hauptfoyer abgehen (heute Gänge 1, 2 und 3) Platz. Allein die Gruppenräume ermöglichen eine flexiblere Raumnutzung zur Differenzierung. Die großen Übungsräume und die Hörsäle im naturwissenschaftlichen Bereich lassen unterschiedliche Unterrichtsszenarien zu. Gleichwohl sind die Größen der Lerngruppen noch durchaus andere als heute. Ein Blick auf die damaligen Anmeldezahlen, die in manchem Jahr auch die 200er-Marke überschritten haben, lässt vermuten, dass es auch in den 60-m²-Räumen z.T. recht eng geworden sein dürfte.

Die 1970er Jahre stehen im Zeichen weitgehender Reformen des Schulwesens. 1971 beginnen Schulversuche mit integrierten und kooperativen Gesamtschulen und es wird auch die Orientierungsstufe am Gymnasium eingeführt. Seit 1971/72 gibt es auch Schulversuche mit der reformierten Oberstufe, der sogenannten Studienstufe. Die Elsa-Brändström-Schule gehört zu den ersten 17 Gymnasien in Schleswig-Holstein, die den Antrag auf Einführung der reformierten Oberstufe stellen. In diesem Zuge wird der Klassenverband in der Oberstufe abgeschafft und ein Kurssystem eingeführt. 1995/96 wird der Klassenverband in der Obersekunda (11. Jahrgang) wieder eingeführt. Hin und wieder sind Versuche unternommen worden, die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich(er) arbeiten zu lassen. Nach Zeitzeugenberichten ist das jedoch alles andere als ein einfaches Unterfangen. Rückblickend betrachtet ist dies wenig verwunderlich; schließlich waren offene und komplexe Arbeitsaufträge, die etwa auch eigenständig strukturierte Recherchephasen außerhalb des Klassen- oder Fachraumes oder gar des Schulgebäudes verlangen, damals kaum konzeptionell verankert.

Von 1991-95 wird das Schulgebäude abermals erweitert: Das Kommunikationszentrum „EBS-Treff“ wird angebaut und am 30.03.1995 feierlich eingeweiht. Der EBS-Treff wird auch noch heute, 30 Jahre später, als Cafeteria vom Verein zur Förderung des Kommunikationszentrums „EBS-Treff“ an der Elsa-Brändström-Schule in Elmshorn e.V. (kurz: Cafeteriaverein) betrieben und vor allem in den großen Pausen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften rege besucht.

Der EBS-Treff ist inzwischen ein integraler Bestandteil des Schullebens an der Elsa-Brändström-Schule. Auch ein Ort, an dem eine besondere Mischung der Schulgemeinschaft zusammenkommt: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte treffen dort auf Eltern oder Großeltern, die zu großen Teilen auch selbst einmal Schülerinnen und Schüler hier gewesen sind.

Anfang der 2000er-Jahre beschäftigen sich die Lehrkräfte der Elsa-Brändström-Schule gezielt mit der Begabtenförderung und dem selbstorganisierten Lernen. Unter anderem entsteht unser noch heute wirksames Konzept des „Schulinternen Forderns und Förderns“ (SchiFF) mit vielen inzwischen fest in der Schule verankerten Bausteinen, die individuellere Lernwege für unsere Schülerinnen und Schüler verstärkt möglich machen. Hierzu gehört es auch, dass wir eine Flexibilisierung von Bildungswegen, etwa durch teilweises oder vollständiges Überspringen von Klassenstufen, realisieren. Und dies sogar unter der Anforderungskomprimierung, die durch die Einführung des Abiturs nach zwölf Schuljahren, mithin einer nur achtjährigen Zeit am Gymnasium, erfolgt, die Schleswig-Holstein im Schuljahr 2008/09 an den Gymnasien einführt.

Einweihung des MensagebäudesElmshorner Nachrichten vom 25.11.2010, S. 3Die Schulkonferenz der Elsa-Brändström-Schule beschließt am 21.02.2011, beginnend mit der fünften Jahrgangsstufe des Schuljahres 2011/12 allein den achtjährigen Bildungsgang anzubieten. Durch die Verkürzung um ein Jahr erhöhen sich die Wochenstundenzahlen in den einzelnen Jahrgangsstufen, auch in der Orientierungsstufe. Die Schule hat sich infolge der Richtungsentscheidung zu „G8“ sehr für die Errichtung einer Schulmensa eingesetzt, damit die Schülerinnen und Schüler mittags eine warme Mahlzeit einnehmen können. Nach langem Ringen wird der Mensa-Anbau (Konzeptfertigstellung 2009) tatsächlich realisiert und am 16.08.2011, pünktlich zum Schuljahresbeginn, eingeweiht.
Durch die Mittagspausen ändert sich die Rhythmisierung des Schultages: Es gibt nun eine Mittagspausenschiene im Stundenplan und anschließend Nachmittagsunterricht. Schon die Kleinsten bei uns sind fortan an einem Tag pro Woche, am sogenannten „Langtag“, bis in den Nachmittag hinein in der Schule, die damit neben dem Lern- weiter auch zum Lebensraum wird. Der Schulträger ist inzwischen allerdings so umfangreich mit Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen im und am sicht- und spürbar in die Jahre gekommenen Schulgebäude beschäftigt, dass für die Außenanlagen schlicht keine Ressourcen mehr übrig sind. So bietet das weite Schulgelände der Elsa-Brändström-Schule (noch immer) viel Spielraum zur Gestaltung eines attraktiven und zur Erholung nutzbaren Aufenthaltsbereiches. Gleichwohl wird innen Einiges getan: 2008/09 wird zusammen mit dem Elmshorner Architekten Jan-Peter Witte und dem Bau- und Kunsthistoriker Holger Reimers aus Hohenfelde das Farbkonzept „Schule im Grünen“ entwickelt und in großen Teilen umgesetzt:

 „Mit der farblichen Neugestaltung der Oberflächen wird angestrebt, der Schule im Äußeren wie im Inneren ein Erscheinungsbild zu geben,
das positive Assoziationen mit dem Lernort Schule erleichtert“ (Projektmappe zum Farbkonzept „Schule im Grünen“, S.1).

Dabei werden bestimmte Elemente aus unterschiedlichen Gründen in der ursprünglichen Gestaltung belassen oder nur leicht verändert, auch aus „Respekt gegenüber den erkennbaren Ideen des ursprünglichen Konzepts“ (ebd., S.3). Zum Beispiel betrifft dies die hölzernen Deckenoberflächen im Foyer. Vor allem die Farbgebung der Wandflächen auf den Fluren und in den Räumen erhält aber einen neuen Anstrich, orientiert an Naturfarben und den vier Jahreszeiten.

Unterricht aus der Zukunft: Smartboards an der EBSElmshorner Nachrichten vom 09.03.2012, S. 3Im Jahr 2009 beginnt sich auf Initiative der Schule auch die Inneneinrichtung entscheidend zu verändern: Smartboards halten Einzug in die Klassenzimmer. Am 09.03.2012 titeln die Elmshorner Nachrichten: „Unterricht aus der Zukunft - schon heute an der EBS“.
Drei Jahre nach Beginn der kostenintensiven Ausstattung sind endlich alle Klassen- und fast alle Fachräume mit den interaktiven Tafeln und einer einheitlichen digitalen Infrastruktur ausgestattet, sodass der Weg für die konzeptionelle Verankerung der Möglichkeiten, die aus dem Smartboardeinsatz resultieren, geebnet ist. Schülerinnen und Schüler können nun beispielsweise Informationen in Echtzeit recherchieren und ihre Arbeitsergebnisse direkt präsentieren. Nicht zuletzt wird damit auch die Medienkompetenz weiter gefördert.

Ebenfalls setzt die Schule – als „Schule im Grünen“ – sich dafür ein, das weitere Schulgelände stärker als Lern- und Lebensraum einzubinden. Im Herbst des Jahres 2013 werden die Planungen des schuleigenen Kanu- und Kajakstegs [Bild 7] konkret. Im Antrag der Schule werden die pädagogischen Beweggründe aufgeführt. Unter anderem

 „versprechen wir uns [durch das Befahren der Krückau] eine Sensibilisierung zur bewussten und schonenden Auseinandersetzung mit dem Element Wasser.
Ferner ergibt sich die Möglichkeit, die angrenzende Flora und Fauna bewusst wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen.
Darüber hinaus erlernen die Schülerinnen und Schüler spezifische Techniken und entwickeln motorische Fertigkeiten zum kontrollierten Fortbewegen auf dem Wasser.
Zudem wird kooperatives Verhalten beim gemeinsamen Fortbewegen und Steuern von Gruppenkanus geschult.“

Schüler in den SchulkanusElmshorner Nachrichten vom 09.11.2015, S. 1Am 18.03.2014 wird die „Wasserrechtliche Genehmigung“ erteilt, den „Steg zum Ein- und Aussteigen für Kanus und Kajaks“ herzustellen. Die feierliche Einweihung des hauseigenen Bootsstegs findet am 02.10.2015 statt. Noch heute kommen die Schulkanus z.B. regelmäßig bei den Expeditionen im Rahmen des Internationalen Jugendprogramms zum Einsatz.

Im gleichen Jahr werden Ideen für ein „grünes Klassenzimmer“ entwickelt und umgesetzt. Die Einrichtung wird durch Spenden finanziert. Fortan kann an der Elsa-Brändström-Schule auch im Freien an Tischen und mit flexiblen Tafeln gearbeitet werden.

Einweihung des Grünen KlassenzimmersElmshorner Nachrichten vom 06.06.2015, S. 32016 sieht es noch danach aus, als würde sich die Raumsituation an der Schule entspannen: In diesem Jahr wird der G8/G9-Doppeljahrgang entlassen. Allerdings wird mit dem Schuljahr 2018/19 der neunjährige Bildungsgang am Gymnasium in Schleswig-Holstein wieder eingeführt und die Schülerzahlen an den Gymnasien steigen, anders als der Schulträger dies noch in der Schulentwicklungsplanung von 2017 für die Jahre 2017-2029 prognostiziert hat. Hier nimmt man noch an, die Elsa-Brändström-Schule würde im Schuljahr 2024/25 etwas mehr als 900 Schülerinnen und Schüler zählen, Tendenz: sinkend. Tatsächlich sind es heute rund 200 junge Menschen mehr als vor acht Jahren vorhergesagt und die Anmeldezahlen sind von Jahr zu Jahr höher.

Die schulischen Gremien beraten sich lange und ausführlich auf der Schulkonferenz am 15.01.2018, ob der achtjährige Bildungsgang fortgesetzt werden soll (das Bildungsministerium hatte den Gymnasien diese Möglichkeit eröffnet). Die Beratungen münden darin, keinen Antrag auf Fortführung des achtjährigen Bildungsgangs zu stellen. Daher wird die Elsa-Brändström-Schule mit Beginn des Schuljahres 2018/19 gemäß Schulgesetz wieder G9-Gymnasium.

Die Schule geht vor dem Hintergrund der Entwicklungen davon aus, zukünftig durchgängig 5-zügig zu sein.

Räumlich bleibt es also fortwährend eng in den Jahren nach 2016. Als ursprünglich 4-zügiges neunjähriges Gymnasium geplant, ging man für die EBS von 36 Klassen aus. In Summe sind es im Schuljahr 2016/17 allerdings schon 43. In eigenen Klassenräumen kann man die Klassen längst nicht mehr unterbringen. Für kleinere Lerngruppen werden größere Gruppenräume (die eigentlich als Differenzierungsräume gedacht sind) genutzt. Die Oberstufenklassen ‚wandern‘ im Laufe des Unterrichtstages von Raum zu Raum.

Die alten Hörsäle scheiden als zusätzliche Unterrichtsräume leider aus: deren unveränderliche Raumstruktur aufgrund der betongegossenen Stufen ist für Unterrichtszwecke nicht mehr zeitgemäß. Aber es gelingt im Jahr 2018, sie zu Lehrerarbeitsräumen umzubauen – mittlerweile sind mehr als 80 Lehrkräfte an der Schule tätig, sodass auch der Platz in den Lehrerzimmern deutlich an seine Grenzen kommt. Durch die neuen Arbeitsbereiche entspannt sich immerhin in dieser Hinsicht die Raumsituation ein wenig.

Da die räumlichen Kapazitäten inzwischen vollständig ausgeschöpft sind, kommt der Schülerzahlenprognose und der Frage der Aufnahmemöglichkeiten in den nächsten Jahren eine besondere Bedeutung zu.

Ende des Jahres 2019 finden Beratungen zwischen Schule, Schulträger und Bildungsministerium hinsichtlich einer etwaigen Kapazitätsobergrenze für die Neuaufnahme von Schülerinnen und Schülern im Jahrgang 5 (maximale Aufnahme von fünf Zügen) statt. Es wird vereinbart, zunächst zu versuchen, durch die Beratungsgespräche die Schülerströme zu lenken. Sowohl zum Schuljahr 2020/21 als auch zum Schuljahr 2021/22 gibt es aber so viele Anmeldungen, dass je sechs neue fünfte Klassen eingerichtet werden müssen. Im Abstimmungsgespräch zwischen Schule, Schulträger und Bildungsministerium am 21.06.2021 kommt man darin überein, dass für die Elsa-Brändström-Schule zum Schuljahr 2022/23 und bis zur Fertigstellung eines Erweiterungsbaus eine Kapazitätsobergrenze für die Neuaufnahme von fünf Zügen im Jahrgang 5 festgelegt werden muss. Die Schulkonferenz beschließt am 06.12.2021 Kriterien für die Aufnahme an der Elsa-Brändström-Schule. Diese sind seither bindend für die Aufnahmen von Schülerinnen und Schülern an unserer Schule und werden auf der Schulkonferenz am 09.12.2024 leicht modifiziert.

Planungsskizze für den Schulhof 3: AmphitheaterProjektmappe "Ein Schulhof für alle" (2023), S. 8Ende des Jahres 2021 nehmen die Überlegungen zur Schulerweiterung durch einen Neubau Gestalt an: Es konstituiert sich eine „Bau-AG“ aus Lehrkräften der Schule, die Bedarfe und Wünsche für den Erweiterungsbau und den Gebäudebestand unter Einbeziehung der Schulgemeinschaft erhebt und auch einen Schulentwicklungstag hierzu mit dem Kollegium durchführt. Schon in der jetzigen räumlichen Situation werden zunehmend auch Orte außerhalb der Klassenzimmer zum Lernen in offeneren Lernsettings genutzt und gern angenommen. Auf den breiten Gängen im Oberstufentrakt, im Foyer, in der Cafeteria, in der Aula oder bei gutem Wetter auch im Atrium sieht man inzwischen täglich viele Schülerinnen und Schülern lernen. Auch der Ausbau des Schulhofs als Lernort nimmt weiter Form an: Spendenläufe und finanzielle Unterstützung unseres Fördervereins machen es möglich, die Umgestaltung des hinteren, kleinen Schulhofs endlich konkret zu starten. In Kooperation mit der Beruflichen Schule in Elmshorn, deren angehende Landschaftsarchitekten im Jahr 2021 verschiedene Konzeptentwürfe für den Schulhof erarbeiten, erstellt unsere AG „Schulhofgestaltung“ aus den vorliegenden Entwürfen eine die für die Schule besten Vorschläge verbindende Umsetzungsplanung. Als erstes wurde im Schuljahr 2023/24 das Amphitheater realisiert.

Im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen erscheint uns die Bezeichnung der Elsa-Brändström-Schule als „Gymnasium für Jungen und Mädchen“ nicht mehr zeitgemäß: Am 27.05.2024 beschließt die Schulkonferenz deshalb, dass die Schule fortan „Elsa-Brändström-Schule – Städtisches Gymnasium in Elmshorn“ heißen möge.

StreuobstwieseElmshorner Nachrichten vom 26.10.2024, S. 10Im Herbst 2024 wird der große Schulhof weiter aufgewertet: Unser aktuelles Biologie-Profil in der E-Phase entwickelt im Rahmen der projektorientierten Unterrichtszeit innovative Konzepte zur nachhaltigen Gestaltung der seit Jahren vernachlässigten Streuobstwiese auf dem Schulgelände. Das Projekt zielt darauf, die Streuobstwiese zu einem Natur-, Erholungs- und Lernraum für die Schulgemeinschaft zu machen. Auch hier kooperieren wir wieder mit der Beruflichen Schule in Elmshorn.

Die Selbstorganisation unserer Schülerinnen und Schüler im Lernprozess spielt für uns eine zunehmend wichtige Rolle. Dass die enge „Flurschule“ des vergangenen Jahrhunderts dafür längst nicht mehr den passenden architektonischen Rahmen bietet, erscheint offensichtlich. Die Anforderungen an unser Schulgebäude(-Ensemble) sind heute ganz andere – selbst als noch vor ‚nur‘ 25 Jahren. Es ist eben nicht mehr der Regelfall, dass in jeder Unterrichtsstunde alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe im Prinzip gleichzeitig das Gleiche tun (sollen); oftmals werden parallel ganz unterschiedliche Settings gebraucht.

Entlang der vier zentralen Schnittstellen zwischen Raum und Pädagogik – Territorialität, Flexibilität, Ruhe und Bewegung sowie Nähe und Distanz – werden wir angesichts der komplexen Anforderungen an die zukunftsfähige Bildung junger Menschen (man denke nur an die rasanten Entwicklungen in der digitalen Welt) und der bevorstehenden weiteren Bauprojekte in den nächsten Jahren weiter intensiv mit der räumlichen und pädagogischen Gestaltung unserer Elsa-Brändström-Schule befasst sein...

Kevin Amberg (Schulleiter) - aus der Festschrift zum 155-jährigen Jubiläum der EBS (2025)